USA-Import: Dodge ChargerDer Kauf eines Fahrzeuges im Internet ist durchaus mit einem gewissen Risiko verbunden. Gerade bei Internetkäufen im Ausland besteht oft keine Möglichkeit, das Fahrzeug vorher eingehend zu prüfen oder eine Probefahrt zu machen. Eine Rückgabe ist kaum möglich. Deshalb haben wir auf dieser Seite ein paar Tipps zusammengestellt, die Sie vor dem Kauf eines Fahrzeuges beachten sollten.

Fotos
Bedenken Sie, dass Sie ein Fahrzeug kaufen, das Sie nur aus dem Internet oder von Fotos kennen. Viele Details lassen sich auf Fotos nur schwer oder gar nicht erkennen, wie z.B. Kratzer oder Beulen, Abnutzungserscheinungen, beschädigte Teile oder ein verunreinigter Innenraum. Versuchen Sie die Fotos auszuwerten. Lenken Sie Ihr Augenmerk auf jedes Detail. Sie können stets davon ausgehen, dass der Verkäufer seine Bilder so auswählt, dass sie das Fahrzeug von seiner „besten Seite“ zeigen. Sollten Sie sich nicht sicher sein, bitten Sie den Verkäufer um Extrafotos mit höherer Auflösung. Achten sie außerdem darauf, dass sich das Fahrzeug von möglichst vielen Seiten betrachten lässt; außen wie innen sowie Kofferraum, Motorraum und Unterboden. Sicher aus Übersee: Porsche 911 turboSeitliche Aufnahmen der Fahrzeuglinie entlang lassen sehr gut erkennen, ob die „Außenhaut“ Unebenheiten aufweist oder ob eine „Orangenhaut“ in der Lackierung zu erkennen ist. Achten Sie auch, soweit erkennbar, bei Türen und Hauben auf einen gleichmäßigen Spalt zur Karosserie und ob Anbauteile wie Scheinwerfer, Rückleuchten und Stoßstangen „gerade“ und symmetrisch eingebaut sind. Aufnahmen vom Unterboden zeigen, wie „sauber“ das Fahrzeug ist. Lassen sich Ölverlust an Motor oder Getriebe erkennen? Wie sehen Fahrwerksteile und Abgasanlage aus? Gerade auf Fotos von „unten“ lässt sich sehr gut die Substanz des Fahrzeuges erkennen. Bei Fotos aus dem Innenraum achten sie auf Verschmutzungen der Sitze und des Teppichs sowie auf Gebrauchsspuren und natürliche Abnutzungen. Achten sie besonders bei älteren Fahrzeugen auf Türverkleidungen und Armaturenbrett. Besonders intensive Sonneneinstrahlung lassen diese verbleichen oder hart und brüchig werden. Ein ungepflegtes Inneres deutet oft auch auf eine mangelnde Pflege des restlichen Fahrzeuges hin. Achten Sie bei Bildern auch auf den Hintergrund des Fahrzeuges. Wurde das Fahrzeug vor einem schönen Haus oder auf einem sauberen Grundstück fotografiert und lassen sich vielleicht sogar Garagen erkennen, kann das durchaus ein Indiz für ein gepflegtes Fahrzeug sein. Versuchen Sie einfach „zwischen den Zeilen“ zu lesen. Achten Sie besonders auf Anzeigen mit vielen Fotos und einer ausführlichen Fahrzeugbeschreibung. Hier lässt sich gut erkennen, wer sich beim Verkauf seines Fahrzeuges besondere Mühe gibt. Oft lässt sich auch leicht ein Kontakt zum Verkäufer herstellen und man bekommt gerne bereitwillig Auskunft auf seine Anfragen.

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Fragen
Ist ein Fahrzeug nicht ausführlich genug beschrieben oder vermissen Sie grundsätzliche Angaben, sollten Sie nicht zögern, den Verkäufer dies betreffend zu befragen. Prüfen Sie zuerst die angegebenen Zahlungsmodalitäten. Sind diese nicht klar zu erkennen, sollten Sie erst einmal Fragen dahingehend stellen. Hierbei lässt sich oft klar erkennen, ob der Verkäufer bei der Art der Zahlung oder dem zeitlichen Ablauf flexibel ist und auf Anfragen prompt reagiert oder sich eher verhalten zeigt. Fragen zum Fahrzeug sollten direkt gestellt werden. Ein Verkäufer reagiert meist bereitwilliger auf Fragen, die er mit nur wenigen Worten beantworten kann. Versuchen Sie möglichst Fragen zu stellen, die auch für technisch weniger versierte Verkäufer leicht zu beantworten sind. Konzentrieren Sie sich auf wichtige Fragen, die maßgeblich zu einer Entscheidung beitragen. Beispiel: Eine Frage dahingehend zu stellen, ob z.B. der Motor Ölverlust aufweist, scheint effektiver als die Frage nach dem Zustand der Reifen. Der Vergleich zeigt: Ein Reifen ist schnell gewechselt und wirtschaftlich kalkulierbar; aber Reparaturen am Motor? Noch ein Beispiel: Bei älteren Fahrzeugen fragen Sie besser nach allgemeiner Alltagstauglichkeit und kürzlich ausgeführten Reparaturen, anstatt nach Reifengrösse oder nächstem Ölwechsel. Beziehen Sie also immer den wirtschaftlichen Aspekt in Ihre Fragen mit ein. Beschränken Sie sich auf vereinzelte Anfragen mit etwa 2-3 Fragen; vermeiden Sie „paketeweise“ Fragen gleichzeitig zu stellen. Sie werden merken, dass jemand der sein Fahrzeug in gute Hände geben möchte, auch bereitwillig und ausführlich Ihre Fragen beantwortet.

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Preise
Vergleichen Sie Angebote, die dem Ihres gesuchten Fahrzeuges ähneln. Achten Sie dabei auf Details, die sich auf den Fahrzeugpreis auswirken können, wie z.B. Klimaanlage oder Motorisierung. Nehmen Sie als Vergleich auch die Gebotspreise für Fahrzeuge, die von Händlern angeboten werden. Diese liegen oft sehr nah am Mindestgebot (Reserved Price) des privaten Verkäufers, lassen daher wenig Spielraum für ein „Schnäppchen“, sind aber als Höchstpreis für ein Fahrzeug durchaus realistisch. Beobachten Sie auch Auktionen, bei dem ein Händler mitbietet und achten Sie auf den Betrag, bei dem dieser „aussteigt“. Sportboote aus den USA importierenDies kann durchaus ein gutes Indiz für einen fairen Fahrzeugpreis sein. In der Regel aber kann man auf Seiten wie z.B. bei ebay, Dank der hohen Besucherzahlen und Anzahl der potentiellen Käufer, von generell akzeptablen Preisen ausgehen. Bleiben Sie bei Ihren Preisvorstellungen realistisch, denn nicht selten entpuppt sich ein vermeintliches „Schnäppchen“ als Kostenfalle. Kalkulieren Sie den Kaufpreis daher lieber etwas höher, mit der Gewissheit, ein entsprechend gutes Fahrzeug zu bekommen. Ihnen sollte ebenfalls immer bewusst sein, dass neben dem Fahrzeugkauf noch weitere, nicht unrelevante Kosten entstehen, wie z.B. Transport und Einfuhrsteuern. Setzen Sie sich daher unbedingt ein Limit! Alles in allem: Wägen sie gut ab, was Ihnen Ihr Traumfahrzeug wert sein sollte.

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Allgemein
Beachten Sie einige Punkte, die Ihnen bei der Wahl Ihres Fahrzeuges behilflich sein könnten. Als Beispiel: Beabsichtigen Sie den Kauf eines Fahrzeuges mit V8-Motor, wie relevant sind die tatsächlich gefahrenen Meilen? In der Regel sind V8-Motoren sehr robust und halten nicht selten ein ganzes Autoleben, was durchaus 20 bis 30 Jahre sein kann. Außerdem sind Motorersatzteile auch in Deutschland zu günstigen Preisen zu bekommen. Mehr Wert sollten sie statt dessen z.B. auf die Innenausstattung legen, denn gerade bei älteren Fahrzeugen sind hier Ersatzteile selbst in den USA schwer oder nur teuer zu bekommen. Lassen sie sich nicht „blenden“ von Anbauteilen wie Felgen oder Chromteilen. Die Palette im Zubehörhandel ist groß, Anbauteile sind gerade in den USA günstig, leider dafür oft von minderer Qualität. Legen Sie mehr Wert auf Originalität. Denken Sie auch daran, dass die meisten nicht serienmäßigen Anbau- oder Zubehörteile auch später den deutschen Zulassungsbestimmungen standhalten müssen. Ein weiterer wichtiger Punkt wäre, in welcher Region sich das Fahrzeug befindet. Bei einem Geländewagen aus Arizona können Sie davon ausgehen, dass dieses Fahrzeug auch „Off-Road“ gefahren wurde und dort oft extremen Belastungen ausgesetzt war. Beschädigungen an Unterboden oder Antriebsteilen sind oft die Folge! Sie haben ein Fahrzeug in New York gefunden? Gehen Sie davon aus, dass dieses Fahrzeug stets am Straßenrand geparkt wurde und somit auch ständig dem Wetter ausgesetzt war. Ausserdem wurde es im Winter auf versalzten Straßen gefahren, was die Substanz des Fahrzeuges angreift. Aufgrund des Winters ist ein Unfall in der Vergangenheit ebenfalls nicht auszuschließen. Suchen Sie lieber ein Fahrzeug in weiter südlich gelegenen Regionen mit milderem Wetter. Sportscar USA: Chevrolet CorvetteSie haben ein Fahrzeug gefunden, das soeben erst neu lackiert wurde? Neue Lacke glänzen immer schön, doch würden Sie nicht auch am liebsten wissen wie das Fahrzeug vor der Lackierung ausgesehen hat? Ein Fahrzeug ist für wenige hundert Dollar schnell lackiert, was beim Verkauf durchaus lohnenswert sein kann. Gerade bei „Verkaufslackierungen“ werden nicht zu lackierende Teile des Fahrzeuges oft nur „abgeklebt“; von weitem oder auf Fotos ist dies nicht zu erkennen, von Nahem betrachtet aber unschön und unprofessionell. Lassen sie sich nicht blenden, schauen Sie auf das ganze Paket: Innenraum, Unterboden, Motorraum. Wägen Sie genau alle Informationen ab und bewerten Sie das Fahrzeug dann erneut. Noch ein letzter Tipp: Versuchen Sie möglichst viele Informationen, aus Internet oder Büchern, zu Ihren Wunschfahrzeug zu bekommen und lernen Sie diese auszuwerten. Als Beispiel zu Klassikern oder Oldtimern: Welche Neuerungen brachte ein Modellwechsel mit sich, was zählte zur Serienausstattung, was war nur als Sonderausstattung zu bekommen? Welches Modell wurde wann von Trommel- auf Scheibenbremsen umgestellt oder ab wann gab es serienmäßig Bremskraftverstärker oder Sicherheitsgurte? Ab wann gab es serienmäßig Klimaanlage, ab wann ein automatisches Cabrioverdeck? Oft wurde eine Art von Modellpflege betrieben, wenn eine Fahrzeugreihe „auslief“ oder ein Modellwechsel anstand. Um das „alte Modell“ weiterhin gut verkaufen zu können, bekam das Fahrzeug einer Endserie alle Sonderaustattungen als reguläre Serienausstattung verbaut. Manchmal empfiehlt es sich daher eine Modellreihe zu wechseln, damit Ihr Fahrzeug besser „ausgestattet“ ist.

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Schlusswort
Sie möchten viel Auto für Ihr Geld oder doch ein Schnäppchen? Wie gut Sie ausgewählt haben, werden Sie erst sehen, wenn Ihr Fahrzeug tatsächlich vor Ihnen steht. Versuchen Sie einen guten Mix zu finden aus realistischen Tatsachen, kritischer Bewertung und Ihrem „Bauchgefühl“. Wenn Sie sich bewusst gemacht haben, dass Sie auch eventuell kleine Enttäuschungen mit einkalkulieren sollten, steht dem Fahrzeugkauf nichts mehr im Wege. Wir wünschen uns, dass Sie mit einem guten Gefühl, etwas Glück und dem richtigen „Mausklick“ Ihr Traumfahrzeug finden.

Haben Sie noch Tipps oder Anregungen, die es sich zu erwähnen lohnt?
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